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Seite 2Helmut Holter zu Besuch auf dem Bauspielplatz
Normalerweise ist es mittags recht ruhig auf dem Gelände des Bauspielplatzes in der Marie-Curie-Straße. Doch am 20. April herrschte dort reger Trubel, denn Helmut Holter, Minister für Arbeit, Bau und Landesentwicklung, hatte sich angesagt. Er überbrachte einen Zuwendungsbescheid über 20.000 Euro für das Projekt „Auch Migranten haben eine Spielkultur". Das Ministerium unterstützt damit die Beschäftigung von Volodymyr Yankelevych, der ab Juni im Rahmen des Programms „50 plus" auf dem pädagogisch betreuten Abenteuer-Bauspielplatz eine neue Aufgabe findet. „Das Angebot kam für mich sehr überraschend, aber ich freue mich natürlich. Mit Kindern zu arbeiten, ist etwas ganz Besonderes", sagt der 58-Jährige, der vor zehn Jahren aus der Ukraine nach Schwerin kam.Integration ist zweiseitig Minister Holter, der sich bei einem Rundgang über das vielfältige Angebot des Vereins zur Freizeitgestaltung der Kinder informierte, begrüßte das Vorhaben, die Migranten des Stadtteils stärker einzubeziehen. „Hier, auf dem Bauspielplatz, können sich die Mädchen und Jungen ohne Zwang kreativ verwirklichen. Hier können sie sich in einem besonderen Umfeld austoben. Dabei sollen die Migranten ihre Kultur mit einbringen, im Sinne einer Bereicherung", forderte Holter, der selbst in einer multikulturellen Familie lebt. Gerade für die Mecklenburger, die von Natur aus reserviert seien, wären solche öffentlichen Räume wichtig, um Kontakte zu knüpfen und diese in die Familien hineinzutragen. Jürgen Wörenkämper, Vorstandsvorsitzender des Bauspielplatzes e. V., verwies auf die Zweiseitigkeit des Integrationsprozesses: „Auch für die Deutschen ist es interessant, die russische Spielkultur kennenzulernen, hier, auf neutralem Boden. Das neue Projekt wird die Spielarbeit im Stadtteil bereichern." Auf mögliche Probleme angesprochen gab er sich optimistisch: „Das Leben ist nicht konfliktfrei. Hier lernen die Jungen und Mädchen, friedliche Lösungen zu finden. Wir werden sie mit unserer professionellen Arbeit dabei unterstützen." hl Gemeinschaftsausstellung im Stadtteilbüro Seit dem 20. April kann man auf wenigen Quadratmetern vier Vereine kennen lernen: „Kontakt", „Wissen", „Freundschaft" und „Schalom". Auf neun Schautafeln dokumentieren sie alte und neue Projekte und machen neugierig auf ihre nächsten Veranstaltungen. Dr. Ludwig Anders, der als Leiter der AG Integration die Ausstellung im Stadtteilbüro in der Rostocker Straße eröffnete, wies darauf hin, dass in den Stadtteilen Neu Zippendorf und Mueßer Holz eine beachtenswerte Vereinslandschaft Schweriner Bürger mit Migrationserfahrungen entstanden ist, die von einem großen bürgerschaftlichen Engagement der Mitglieder zeuge. In der AG sei die Sprachenfrage kein Thema. Die Beratungen würden immer zweisprachig geführt, unterstrich der Geschäftsführer. Schwerins Stadtpräsident Dr. Armin Jäger lobte die Aktivitäten im Rahmen der AG Integration, die hier größer wären als in anderen Stadtteilen. „Wer Probleme totschweigt, ist nicht hilfreich. Man muss sie aussprechen und nach Lösungen suchen. Dann wird es bei uns auch keine Probleme wie an der Neuköllner Schule geben", so der Stadtpräsident. Die Gemeinschaftsausstellung ist bis Ende Mai im Stadtteilbüro Neu Zippendorf zu sehen. Montags und donnerstags bis 16 sowie dienstags und mittwochs bis 17 Uhr. hl nach oben
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